Merkurist  17.03.2017

Wasserhäuschen: Geliebt und in ein Lied verpackt

 

Konzertabend mit „Frankfurter Zweierlei“ im "Kuhtelier"

Mainhattan musikalisch verpackt

09.01.2017

VON GEORGIA LORI

Die Frankfurter Grundschullehrer Stefan Ruh und Jörg Royer skizzieren ihre Heimatstadt musikalisch als Duo „Frankfurter Zweierlei“. Im „Kuhtelier“ im Schlosshof Leonhardi in Groß-Karben haben sie zum zweiten Mal ein Konzert mit eigenen Liedern gegeben. Die sind humorvoll, bisweilen ein bisschen melancholisch und treffen das hessische Lebensgefühl ins Herz.


Karben. 

An den Mai vergangenen Jahres erinnern sich die Sänger und Gitarristen Stefan Ruh und Jörg Royer gerne zurück. Damals sind sie zum ersten Mal mit großem Erfolg bei der „Night of the Bembel“ im „Kuhtelier“ aufgetreten. Mittlerweile haben sie ihr Programm erweitert und bereits 28 eigene Titel komponiert.

Ihrem Publikum eröffnen sie als „Frankfurter Zweierlei“ einen tiefen musikalischen Einblick in die hessische Seele. Die mehrfachen Familienväter sind seit Jahren befreundet und besonders im Frankfurter Raum sehr gefragt. Als Musiker aufgefallen sind sie schon 2011. Ihr Song „Das mag sein“ zählte beim Song-Wettbewerb „Frankfurter Lieder“ von 117 Einsendungen zu den 22 besten.

Das Stück wurde in Folge auf dem Album „Main Eid“ veröffentlicht. Seitdem veräußern beide ihre Erlebnisse musikalisch. Ihre Hommage an die Frankfurter Wasserhäuschen sind in ihrer Heimatstadt Kult.


Heimat ist wichtig

„Der Song wurde über 31 000 Mal auf Facebook angeklickt“, ein großer Erfolg. Dass sie ihre Heimatstadt lieben, ist spürbar. „Frankfurt ist eine ehrliche Stadt, kulturell sehr offen“, sagt Royer. Ruh macht deutlich, dass es wichtig sei, Heimatidentität zu besitzen. Die Flüchtlingskrise zeige, wie schlimm es sei, entwurzelt zu sein.

In diesem Zusammenhang weisen Ruh und Royer auf Friedrich Stoltze hin, für den sie das Lied „Ein Sohn unserer Stadt“ komponiert haben. Komponiert wird im Wohnzimmer, im Beisein von ihren beiden Hunden, „die dabei einschlafen“.

Manchmal entstehen Eigenkompositionen in fünf Minuten, und Auftragsarbeiten benötigen Wochen. Doch nie ist es Klatschmusik, sondern vielmehr Lieder, die genaues Zuhören erfordern. Rund um die Titel gibt es subtile Geschichten wie bei „Henninger Turm“. Der Song beschreibt, was der Turm in den vergangenen 60 Jahren erlebt hat.

Oft sind die Musiker unterwegs „und laufen durch die Stadt, die so viele Seiten hat“. Sie singen beim Apfelweinfest oder dem Grüne-Soße-Festival, treten in Clubs und Kneipen auf. „Uns sind die kleinen Bühnen lieber. Ohne Mikrofon kommt die Sprache authentischer rüber.“


Erinnerungen an Kindheit

Kleine Bühnen und kurze Geschichten mit Witz, Ironie und Charme sind ihr Ding. In ihren Kompositionen werden Geschehnisse und Aktuelles aus Frankfurt lebendig und bekommen eine sehr persönliche Note. Ihr Lied „Hasenfuß“ wirft nicht nur einen Blick auf die Citykaninchen im City-Ring sondern steht symbolisch für die Frankfurter, die so eng zusammen wohnen.

Die Lieder „Der Brezelmann“ und „Nieder Kind“ spiegeln Kindheitserinnerungen wieder. Royer hat lange in Bornheim und im Nordend gelebt. Ruh wuchs in Nied auf, lebte in Sachsenhausen und in Zeilsheim. Kompositionen sind auf ihrer ersten CD „Heimisch“ zu hören. Ihre zweite CD „Geh hessisch“ mit vermutlich zwölf Songs erscheint im Frühjahr.

Hörproben der neuen CD gibt es unter www.frankfurter-zweierlei.de